BRS News
Der NRW-Milchmarkt in der ersten Jahreshälfte 2026
Die Halbjahrespressekonferenz der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (LV Milch NRW) fand am Auktionsstandort der Rinder-Union West eG (RUW) in Krefeld, statt. Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der LV Milch NRW, erläuterte die Lage auf dem NRW-Milchmarkt: Die Verbraucherpreise für Milch und Milchprodukte seien in den vergangenen Monaten insgesamt leicht zurückgegangen. Eine Ausnahme stellten jedoch die niedrigen Butterpreise dar, die sich nahezu halbiert hätten. Milch und Milchprodukte erfreuen sich sowohl auf der Verbraucherseite als auch im Handel einer anhaltend hohen Nachfrage
, erklärte Hans Stöcker, Rheinischer Vorsitzender der LV Milch NRW. Gleichzeitig stehen die Milchviehbetriebe wirtschaftlich unter Druck. Trotz der guten Nachfrage liegt der Auszahlungspreis für Milch unter dem Vorjahresniveau, während die Kosten – unter anderem für Energie, Düngemittel und weitere Betriebsmittel – weiterhin hoch sind. Politik und Gesellschaft sind deshalb gemeinsam gefordert, die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige und sichere Lebensmittelversorgung in Deutschland zu schaffen. Angesichts geopolitischer Konflikte und wachsender Abhängigkeiten gewinnt eine starke heimische Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.
Klimaplattform Milch – Klimabilanzierung als Managementinstrument für die Praxis
Proteinmarkt - Die Diskussion um den Klimaschutz in der Nutztierhaltung ist längst nicht mehr nur eine politische oder gesellschaftliche Debatte, sondern spielt auch auf den Betrieben und in der Beratung eine zunehmend wichtige Rolle. Molkereien erkennen Marktchancen in der transparenten Darstellung ihrer Treibhausgasemissionen gegenüber ihren Handelspartnern. 80–90 % dieser Emissionen entstehen auf den Milcherzeugerbetrieben. Daher sehen sich diese Betriebe über kurz oder lang mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen und zu reduzieren. Mit der Klimaplattform Milch hat die Fokus Milch GmbH, ein privatrechtlicher Zusammenschluss von Molkereien unter dem Dach der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V., ein entsprechendes Instrument geschaffen. (LVN), ein Instrument für die deutsche Milchwirtschaft geschaffen, das hier ansetzt: Eine einheitliche Methodik zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks von Rohmilch macht Klimaleistungen messbar und vergleichbar.
Arbeitsbericht 2025 der Initiative Milch
VDM - Die Initiative Milch hat ihre Position als zentrale Kommunikationsplattform für die Milchwirtschaft weiter ausgebaut und erreicht insbesondere junge Verbraucherinnen und Verbraucher erfolgreich. Die Zielgruppe nimmt Milch und Milchprodukte zunehmend als hochwertige Proteinquelle wahr und erkennt die Bedeutung der Milchwirtschaft für regionale Strukturen an. Mit kontinuierlichem Storytelling auf Instagram und TikTok, Podcasts, wissenschaftlichen Dialogformaten und Kampagnen rund um den Tag der Milch wurden im Jahr 2025 mehrere Millionen Menschen erreicht. Allein über Instagram und TikTok haben rund 19 Millionen Nutzerinnen und Nutzer diese Inhalte angesehen, es konnten 47 Millionen Impressionen erzielt werden. Weitere hohe Reichweiten wurden über YouTube, Audio- und Podcastformate, Connected TV, Online-Werbung und Social-Media-Kampagnen erzielt. Damit leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag, um Wissen, Verständnis und Vertrauen in die moderne Milchwirtschaft zu stärken. Den ausführlichen Arbeitsbericht 2025 finden Sie hier.
Milchtrends: Kälberaufzucht in früher Gruppenhaltung und gesellschaftliche Akzeptanz
VDM - Milchtrends hat den Beitrag Kälberaufzucht: Warum die frühe Gruppenhaltung zur Brücke zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft werden kann
von Flora von Steimker veröffentlicht. Der Artikel fasst die Ergebnisse des Forschungsprojekts InnoRind
zusammen und zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Milchviehhalter Kühe und Kälber zwar gleichermaßen als empfindungsfähige Tiere betrachten, bei der Bewertung von Aufzuchtsystemen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Als praxisnaher Kompromiss zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen an mehr Tierwohl und den Anforderungen der Milchviehbetriebe wird die frühe Gruppenhaltung hervorgehoben. Der Artikel ist hier zu finden.
Länderupdate der bedeutendsten Mitgliedsstaaten 2025 der International Dairy Federation
VDM - Das Factsheet Nr. 50/2026 der International Dairy Federation (IDF) fasst die aktuellen Länderberichte von 20 Mitgliedstaaten zu den Marktergebnissen und Marktbedingungen im Jahr 2025 zusammen. Die Daten vergleichen die Entwicklungen mit dem jeweiligen Vorjahreszeitraum beziehungsweise mit den aktuellsten verfügbaren Zeiträumen seit Januar. Sie wurden vom Standing Committee on Dairy Policies and Economics der IDF erhoben. Die betrachteten Länder repräsentieren mehr als die Hälfte der weltweiten Milchproduktion sowie einen noch größeren Anteil des globalen Handels mit Milch- und Molkereiprodukten. Dadurch bietet die Publikation einen aussagekräftigen Überblick über die internationale Marktlage. Die deutsche Übersetzung ist auf der VDM-Homepage zu finden.
Neue Ausschreibung des QS-Wissenschaftsfonds
Der QS-Wissenschaftsfonds sucht innovative Forschungsprojekte entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, unter anderem zu den Themen Tierwohl, Tiergesundheit, Hygiene, Biosicherheit, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung und KI. Im Fokus stehen insbesondere Vorhaben mit Bezug zu Rind, Schwein und Mastgeflügel, beispielsweise zu Tierwohl entlang der Kette, Hygiene, resilienten Lieferketten oder Wissenstransfer in die Praxis. Eine Förderung von bis zu 35.000 € pro Projekt ist möglich, Bewerbungsschluss ist der 6. September 2026. Auch Symposien und praxisnahe Weiterbildungen können gefördert werden.
Das war das Bundesjungzüchtertreffen 2026 in Neumünster
Rund 100 Jungzüchter und ihre Jungrinder aus ganz Deutschland haben sich vom 02. bis zum 04. Juli 2026 anlässlich des diesjährigen Bundesjungzüchtertreffens in der Holstenhalle in Neumünster getroffen. Neben VdJ und BRS war die Rinderzucht Schleswig-Holstein in diesem Jahr der Ausrichter vor Ort.
Rainer: Mehr Zeit fürs Wesentliche auf den Höfen
Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau
Das Bundeskabinett hat heute den von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zum Abbau von Bürokratie im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie in weiteren Bereichen beschlossen. Nach Angaben des Ministeriums soll der Gesetzentwurf die Wirtschaft um zwölf Millionen Euro und die Verwaltung um eine Million Euro entlasten.
Das Gesetz ist Teil eines Maßnahmenpakets zum Abbau bürokratischer Vorgaben. Darüber hinaus befinden sich eine Bürokratie-Rückbauverordnung sowie eine systematische Überprüfung bestehender Berichts- und Dokumentationspflichten in Arbeit.
BZL - Wie hat sich die Schweinehaltung in Deutschland entwickelt?
Kaum ein anderer Bereich der Landwirtschaft befindet sich derzeit in einem so starken Umbruch wie die Schweinehaltung. Im Mai 2026 wurden in Deutschland rund 21 Millionen Schweine gehalten. In den vergangenen drei Jahren blieb die Zahl der Tiere damit relativ konstant. Blickt man jedoch zehn Jahre zurück, so sind die Bestände seitdem um über 22 Prozent gesunken. Die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe sinkt bereits seit Jahrzehnten massiv. Allein in den vergangenen 15 Jahren sank sie um fast 54 Prozent auf derzeit noch 14.700 Betriebe. Im Gegenzug stieg die Zahl der Schweine pro Betrieb im selben Zeitraum rasant an: Aktuell beträgt sie 1.432 Tiere, was bei den durchschnittlichen Bestandsgrößen einem Zuwachs von fast 70 Prozent gegenüber 2011 entspricht.
BZL - Wenn Lebensmittel schon vor der Vermarktung verloren gehen
Nicht alle Lebensmittel landen auf unseren Tellern – viele gehen bereits bei der Erzeugung verloren. Warum das so ist und wie sich Verluste vermeiden lassen, erklärt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Auch in der Tierhaltung kommt es zu Lebensmittelverlusten. Genau genommen gelten lebende Tiere jedoch noch nicht als Lebensmittel – erst nach der Schlachtung ist dies der Fall. Verluste bei lebenden Tieren entstehen unter anderem durch Krankheiten, Verletzungen oder Tierseuchen. Müssen Tiere mit Arzneimitteln behandelt werden, dürfen Fleisch, Milch oder Eier während vorgeschriebener Wartezeiten nicht vermarktet werden. Bei Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest können zudem Sperrmaßnahmen und Transportverbote erforderlich sein. In betroffenen Beständen müssen Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dadurch gehen potenzielle Lebensmittel verloren oder können nicht wie vorgesehen vermarktet werden. Um solche Verluste möglichst zu vermeiden, setzen Landwirtinnen und Landwirte auf vorbeugende Maßnahmen. Dazu zählen eine gute Tiergesundheit, konsequente Hygienekonzepte, regelmäßige Gesundheitskontrollen sowie Maßnahmen der Biosicherheit. Diese sollen verhindern, dass Krankheitserreger in die Tierbestände eingeschleppt und verbreitet werden.

07 61 RA Bürokratieabbaupaket
Bundesverband Rind und Schwein e.V.
Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V.