BRS News

12.10.2026

Stabile Nachfrage nach Schweinefleisch

SuS, Ausgabe 5.2026 - Der Schweinefleischkonsum in Deutschland zeigt sich stabiler, als manche Entwicklungen der vergangenen Jahre vermuten lassen. Zwar ist der Pro-Kopf-Verbrauch langfristig zurückgegangen, zuletzt hat er sich jedoch auf einem vergleichsweise konstanten Niveau eingependelt. 2025 wurden durchschnittlich 28,3 Kilogramm Schweinefleisch pro Person verzehrt. Damit bleibt Schweinefleisch mit einem Anteil von knapp 52 Prozent die wichtigste Fleischart in Deutschland. Auch der Blick auf das laufende Jahr stimmt zuversichtlich: Der endgültige Pro-Kopf-Verbrauch für 2026 wird zwar erst nach Jahresende feststehen. Die bisherigen Entwicklungen bei den Schweineschlachtungen deuten jedoch darauf hin, dass Schweinfleisch weiterhin ein fester Bestandteil auf dem Speiseplan ist. Für die Schweinebranche ist das eine positive Nachricht!

 
12.10.2026

Deutschland braucht einen neuen Zerlegeversuch

SuS, Ausgabe 5.2026 - Die gewebliche Zusammensetzung des Schweineschlachtkörpers bildet eine zentrale Datengrundlage für die Schlachtkörperbewertung, die Zucht und die Verarbeitung. Der letzte umfassende, repräsentative Zerlegeversuch liegt Jahre zurück. Seitdem haben sich Genetik, Fütterung, Zuchtziele und die Anforderungen der Fleischwirtschaft weiterentwickelt. Ob die bisherigen Daten die heutige Schweinepopulation noch ausreichend abbilden, ist daher eine berechtigte Frage. Ein neuer Zerlegeversuch würde aktuelle und belastbare Daten unteranderem über Fleisch, Fett, Knochen, Sehnen und Schwarte liefern. Diese Daten sind notwendig, um bestehende Klassifizierungs- und Schätzformeln zu überprüfen und an die heutige Schweinepopulation anzupassen.

 
12.10.2026

Europarecht – GMO und EmpCo

SuS, Ausgabe 5.2026 - § 168 der Gemeinsamen Marktordnung soll als ein Instrument zur Stärkung der Stellung landwirtschaftlicher Erzeuger innerhalb der Wertschöpfungskette dienen. Durch verbindlichere und transparentere Vertragsbeziehungen sowie die Bündelung des Angebots über Erzeugerorganisationen soll die strukturell schwächere Verhandlungsposition der landwirtschaftlichen Betriebe gegenüber Verarbeitung und Handel verbessert werden. Die Vorschrift beeinflusst damit nicht nur die Vertragsgestaltung, sondern mittelbar auch die Verteilung von Risiken, Verhandlungsmacht und Wertschöpfung entlang der Agrar- und Lebensmittelkette. Was zunächst gut gemeint ist, muss jedoch kritisch hinterfragt werden. Nur weil durch die Anwendung dieses Rechtsaktes eine Vertragspflicht besteht, heißt dies noch lange nicht, dass der Vertrag auch beide Parteien zufriedenstellt. Fakt ist, dass aktuell ein sehr großes Ungleichgewicht in der Vertragsgestaltung vorherrscht und einzelne Akteure dies auch bewusst auskosten. Wie Deutschland mit dieser europäischen Rahmengesetzgebung umgehen wird und ob auch vertragliche Mindestanforderungen seitens des Bunds erlassen werden könnten, steht aktuell noch zur Diskussion.

 
12.10.2026

Umbau der Tierhaltung – Antragsfrist endete im August

SuS, Ausgabe 5.2026 - Die Enttäuschung über das vorzeitige Aus des Bundesprogramms Umbau Tierhaltung (BUT) wurde immer wieder erklärt, denn der Rückfall zum Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) ist in den allermeisten Regionen Deutschlands ein erheblicher Rückschritt und damit eine Stallbaubremse. Auch die Erweiterung des potenziellen Fördertopfs in Niedersachsen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch eine gleichzeitige Anhebung der Förderbedingungen fast kein Landwirt in der Lage sein wird, Geld aus dem Programm zu beziehen. Im September 2026 kann zum BUT vorläufig zusammengetragen werden, dass von den 974 gestellten Anträgen zu diesem Zeitpunkt 492 bewilligt wurden. Die Höhe der beantragten Zuwendungen liegt bei rd. 806,6 Mio. €. Niedersachsen ist mit 333 Förderanträgen der größte Antragssteller, darauf folgt Nordrhein-Westfalen mit 249 Anträgen, Bayern (136) und Baden-Württemberg (131) liegen auf einem gleichen Niveau. 376 Landwirte beantragten eine Fördersumme von 500.000 – 2 Mio. €, 325 Landwirte beantragten eine Fördersumme von über 2 Mio. €, unter 500.000 € wurden von 133 Landwirten beantragt und über 5 Mio. € von 22 Landwirten. Viele Anträge befinden sich nun noch in der Prüfung – wann der finale Strich unter das Zahlenwerk gemacht werden kann, ist derzeit noch nicht abzusehen.

 
12.10.2026

ITW stellt die Weichen

SuS, Ausgabe 5.2026 - Die Diskussionen um die nahe Zukunft der ITW sind beendet. Landwirtschaft, Schlachtung und der Lebensmitteleinzelhandel einigten sich im August auf eine Fortführung des Fonds und damit eine Verschiebung der Umsetzung des Wirtschaftsmodells bis zum Mai 2027. Hierfür werden Gelder genutzt, die bei der ITW schon vorliegen. Wichtig an dieser Stelle ist aber, dass sich alle Beteiligten für die Umsetzung der Nämlichkeit und des Wirtschaftsmodells aussprechen. Ein Abweichen oder zurückrudern kann hierbei nicht erwartet werden. Zuletzt erhöhte sich der Grad der Nämlichkeit erheblich durch verschiedene Informationsveranstaltungen und Aufrufe sich mit der Thematik zu beschäftigen. Fakt ist aber, dass die Verfügbarkeit nämlicher Ware regional sehr unterschiedlich ausfällt. Der nächste wichtige Meilenstein der ITW wird die Verlängerung / Neufassung der Branchenvereinbarung sein. Die bisherige Vereinbarung läuft Ende 2027 aus. Akteure der Landwirtschaft, Schlachtung und des LEH arbeiten an einer Fortführung.

 
12.10.2026

GAP 2028: Ökologie, Ernährung und Tierhaltung ausgewogen fördern

SuS, Ausgabe 5.2026 - Die Neuausrichtung der Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 wird derzeit diskutiert. Der Bundesverband Rind und Schwein e. V. (BRS) fordert eine ausgewogene Förderung der unterschiedlichen Leistungen der Landwirtschaft. Neben Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsleistungen müssten auch die Erzeugung heimischer Lebensmittel, Ernährungssicherung und der Erhalt einer leistungsfähigen Nutztierhaltung stärker berücksichtigt werden. Aus Sicht des BRS steht die heimische Produktion tierischer Lebensmittel nicht im Gegensatz zu ökologischen Zielen. Im Gegenteil, sie ist ein wichtiger Baustein für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und resiliente Agrarstrukturen. Um den Strukturwandel in der Nutztierhaltung aufzuhalten und Investitionen in Tierwohl und zukunftsfähige Haltungssysteme zu ermöglichen, schlägt der BRS eine Weiterentwicklung der Förderung vor. Kernpunkt ist eine Veredelungsprämie für Nutztiere, die unabhängig von der Tierart gezahlt werden soll und sich durch eine Neujustierung bisheriger Direktzahlungen finanzieren lässt.

 
12.10.2026

Tierhaltungskennzeichnung – Diskussion reißt nicht ab

SuS, Ausgabe 5.2026 - Über vier Jahre beschäftigt das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG) nun die Schweinebrache. Aktuell ist das 2023 verabschiedete Gesetz noch bis Ende 2026 ausgesetzt und würde, wenn die Politik sich zu keiner Entscheidung durchringt, am 01.01.2027 Inkrafttreten. Die Akteure der Wertschöpfungskette haben aus ihrer jeweiligen Perspektive immer wieder darauf hingewiesen, dass die Umsetzung der sogenannten 2023er-Fassung fatal wäre. Weil vor allem die SPD-Fraktion immer wieder signalisiert hat, dass eine vollumfängliche Abschaffung des Gesetzes für sie keine Option darstellt, erarbeitete die Verbändeallianz an einem vollumfänglichen Konzept, wie der Novellierungsentwurf zum THKG vom Anfang des Jahres EU-rechtlich umgesetzt werden könnte. Wo sich Landwirtschaftsminister Rainer und auch die Regierungsfraktionen durchaus gesprächs- und kompromissbereit zeigen, sind auf Arbeitsebene des Ministeriums keinerlei Impulse erkennbar, sich mit den Beteiligten auszutauschen. Welche Strategie das Ministerium hiermit verfolgt, ist für den Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ersichtlich. Für den BRS ist klar, wenn das Gesetz nicht vollumfänglich überarbeitet wird – dazu gehören zwingend die Einbeziehung ausländischer Ware, umfassende Dowangradingmöglichkeiten und die Erweiterung auf den Außer-Haus-Verzehr – dann muss das Gesetz abgeschafft werden; die Fassung von 2023 darf unter keinen Umständen Inkrafttreten.

 
12.10.2026

BRS begrüßt Kanibers Vorstoß: Ernährungssicherheit muss Teil der nationalen Sicherheitsvorsorge sein

Der BRS begrüßt die Forderung von Bayerns Ernährungsministerin Michaela Kaniber, die Lebensmittelversorgung stärker in der deutschen Sicherheitsvorsorge zu verankern. Damit bestätigt sie zentrale Anliegen, auf die der BRS bereits hingewiesen hat. Kaniber betont, dass Ernährungssicherheit bei der Erzeugung beginnt und heimische Produktionskapazitäten nicht kurzfristig wiederhergestellt werden können. Auch ihre Warnung vor einer wachsenden Importabhängigkeit durch den Abbau der Nutztierhaltung unterstreicht die Position des BRS. Denn die Tierhaltung sichert nicht nur die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln, sondern trägt auch wesentlich zu regionalen Nährstoffkreisläufen bei. Der BRS fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen und langfristige Investitionssicherheit, um die heimische Nutztierhaltung wirtschaftlich tragfähig weiterzuentwickeln. Ernährungssicherheit muss ein fester Bestandteil der nationalen Sicherheitsvorsorge sein.

 
12.10.2026

Studie: Pflanzenvielfalt und nachhaltige Weidewirtschaft stärken den Klimaschutz

Der Erhalt der Pflanzenvielfalt ist wichtig für den Klimaschutz und eine leistungsfähige Weidewirtschaft. Laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) könnten Grasländer mit stark verringerter Pflanzenvielfalt bis 2050 weltweit rund 15 Prozent weniger CO₂ aufnehmen. Vielfältige Wiesen und Weiden tragen dazu bei, die Produktivität der Flächen, die Kohlenstoffspeicherung im Boden und die Futtergrundlage für Weidetiere zu sichern. Eine nachhaltige Bewirtschaftung, die Pflanzenvielfalt erhält und Überweidung vermeidet, kann somit sowohl dem Klimaschutz als auch der Nutztierhaltung und den davon lebenden Menschen zugutekommen.

 
12.10.2026

Initiative Milch Neues aus der Branchenkommunikation Milch

Die Initiative Milch 2.0 hat einen Relaunch ihrer Webseite aufgesetzt. Diese ist wie gewohnt unter initiative-milch.de erreichbar. Dazu kommt ein neuer Podcast #25 mit Landfluencerin Julia und Christoph Bossmann, Geschäftsführer der Molkerei Nordsee Milch eG zu dem Thema Zwischen Nordseewind und Melkstand – Wie die europäische Milchwirtschaft von der Küste bis in die Alpen funktioniert. Zu dem Thema KI bzw. der Optimierung von Webinhalten für KI-Suchmaschinen (GEO - Generative Engine Optimization) hat die Initiative einen Leitfaden-Teil 1 KI-Guide – Wie Inhalte von ChatGPT, Gemini & Co. gefunden und verwendet werden für die Akteure in der Milchwirtschaft erarbeitet. Weitere Informationen bietet die Pressemitteilung hier.