Erfolgreich züchten mit RZ

Seit 1876 steht die deutsche Holsteinzucht für Qualität und Innovation. Die deutschen Relativzuchtwerte gelten als internationaler Standard. 

Mit der Einführung der direkten genomischen Gesundheitszuchtwerte beginnt ein neues Zeitalter in der Zucht auf langlebige gesunde Kühe. Mit dem RZGesund verbessern Sie die Gesamtgesundheit der Herde in wirtschaftlich optimaler Weise. Spezielle Zuchtziele lassen sich durch Berücksichtigung der Komplexzuchtwerte erreichen:

Der Zuchtwert RZKälberfit ermöglicht die nachhaltige Verbesserung der Kälbervitalität und die Reduzierung von Kälberverlusten.

 


Was bringen die Gesundheitszuchtwerte?

Zusammenhänge zwischen genomischen Zellzahlzuchtwerten (gRZS) und der Mastitisinzidenzrate

Zusammenhänge zwischen genomischen Zellzahlzuchtwerten (gRZS) und der Mastitisinzidenzrate

Auch vor der Einführung der direkten Gesundheitszuchtwerte wurde durch indirekte Zuchtwerte intensiv an der Verbesserung der Gesundheit von Deutschen Holsteins gearbeitet. Ein Beispiel hierfür ist der Zuchtwert RZS für die somatische Zellzahl. Mit dem Zuchtwert RZEuterfit gibt es nun einen Zuchtwert, der ebenfalls auf die Verbesserung der Eutergesundheit abzielt. Da stellt sich die Frage, ob mit dem direkten oder indirekten Zuchtchtwert ein besserer Selektionserfolg zu erwarten ist. Das Rechenzentrum vit Verden hat zu dieser Fragestellung Auswertungen angefertigt die zeigen, das mit dem direkten Zuchtwert RZEuter die Mastitishäufigkeit schneller und besser reduziert werden kann als durch den Indirekten Zuchtwert RZS. Auf der anderen Seite zeigt die Auswertung des vit, dass die somatische Zellzahl sich auch durch die Selektion auf das direkte Merkmal verringert, allerdings erwartungsgemäß nicht ganz so stark.




Und die neuen Merkmale?

Mit den Gesundheitszuchtwerten werden auch Merkmale züchterisch bearbeitbar, die zuvor nicht durch indirekte Merkmale erfassbar waren. Für den Zuchtwert RZRepro hat das Rechenzentrum vit Verden in einer Praxisvalidierung mögliche Selektionserfolge dieses Zuchtwerts gegenüber früh auftretenden Fruchtbarkeitsstörungen untersucht. Die Ergebnisse hier im Überblick:

  • Frühe Fruchtbarkeitsstörungen (Nachgeburtsverhaltung, Endometritis und Metritis)  können durch RZRepro sehr effektiv reduziert werden

Aussagekräftige Daten für deutschen Zuchterfolg

Die Basis für die direkten Gesundheitszuchtwerte bildet neben weiteren wissenschaftlichen Projekten das bundesweite Projekt KuhVision, bei dem auf über 650 Betrieben Gesundheitsdaten erhoben wurden. 

Die Daten sind sehr gut an deutsche Herden- und Betriebsstrukturen angepasst. Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal und eine Grundvoraussetzung für einen hohen Zuchtfortschritt beim Praxiseinsatz der Zuchtwerte. International einzigartig ist die Kombination der direkten Diagnosedaten mit Abgangsinformationen aus MLP-Daten. Diese werden in Deutschland seit über 20 Jahren bei allen MLP-Kühen standardisiert erfasst. Dank der zentralen Datenverarbeitung durch das Rechenzentrum Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit) stehen aussagekräftige Auswertungen der Rohdaten zur Verfügung.

Zwar sind diese Daten nicht ganz so differenziert wie die direkten Gesundheitsdaten, aber durch die große Anzahl an Datensätzen bringen sie einen entscheidenden Sicherheitszuwachs bei den Gesundheitszuchtwerten. Die genomischen Zuchtwerte bieten Sicherheiten zwischen 0,5 und 0,6 – diese Werte sind für ein Gesundheitsmerkmal sehr hoch und sprechen für die überlegene Datenqualität der deutschen Relativ-Zuchtwerte und Zuchtwertschätzverfahren. 

Diese einzigartigen Informationen können die Milchviehhalter nun für eine gezielte Anpaarung und damit für ihre betriebliche Entwicklung nutzen.