BRS News
VMB kritisiert unterschiedliche Definition zur Kombihaltung
Mehr als zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass die bayerischen Verbände der Land- und Milchwirtschaft die Definition der Kombinationshaltung als Weiterentwicklung aus der hierzulande noch weit verbreiteten ganzjährigen Anbindehaltung auf den Weg gebracht haben
, erinnert der Verband der Milcherzeuger in Bayern (VMB). Die Kombihaltung habe sich sogar in leicht modifizierter Form in der Wertschöpfungskette Milch sogar bis zur Stufe Lebensmitteleinzelhandel etabliert und werde auch Eingang finden in die Kriterien von QM+ und ITW Rindfleisch. In diesem Zusammenhang kritisiert der Verband kreative Auslegungen
, die bei den betroffenen Milchviehhaltern größte Verunsicherung auslösen.
Klimaschutz und Tierwohl unter einen Hut bringen
Sogenannte Kompensationsmaßnahmen sollen die Folgen der Bauprojekte auf die Umwelt gerecht ausgleichen – zum Beispiel die durch den sechsspurigen Ausbau der A43 bei Herne. Das Land NRW lässt daher auf einer 21-Hektar-Fläche zwischen Herne und Castrop-Rauxel besondere Rinder weiden. Das Rote Höhenvieh
grast auf einer naturbelassenen Weide mit Sträuchern und findet Schutz vor Regen und Sonne im Wäldchen. In Australien hat man damit auch Erfahrung. Für die Bindung von 40.000 Tonnen Kohlenstoff hat ein Rinderzuchtbetrieb C02-Zertifikate verkauft. Mit einem verbesserten Weidemanagement und einer effektiveren Weidenutzung wurde die Widerstandsfähigkeit gegen Dürre an zwei Farmstandorten nachhaltig gestärkt. Das war Microsoft eine halbe Millionen Dollar wert.
Klimaschutz muss global denken
Wir leben in einer globalisierten Welt. Klimaschutz muss daher in weltweiten Dimensionen denken. Regional begrenzte Konzepte bewirken mitunter das Gegenteil dessen, was geplant wurde. Wenn beispielsweise die Fleischproduktion in Deutschland oder Europa reduziert wird, sorgt der so genannte Leakage-Effekt dafür, dass große Teile der Treibhausgasemissionen lediglich ins Ausland verlagert werden. Für wirksamen Klimaschutz braucht es daher keine Restriktionen, sondern innovative Konzepte.
Niedersachsens Rindfleisch-Erzeuger sehen skeptisch auf die positiven Marktsignale
Gute Aussichten für die Erzeuger von Rindfleisch prognostiziert Marktexperte Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Rindfleisch ist EU-weit ein knappes Gut. Das wird sich bei den Erlösen auch im nächsten Jahr bemerkbar machen, und der positive Trend wird sich fortsetzen
, erläuterte der Unternehmensbereichsleiter vor dem Rindfleischausschuss des Landvolks Niedersachsen. Der Ausschussvorsitzende Martin Lüking bewertet die Lage allerdings mit Skepsis: Ein Teil der Preissteigerungen bleibt bei uns Erzeugern hängen, einen Teil werden wir aber wieder an die Verarbeiter und den Handel durchreichen müssen
, ist sich der Bullenmäster aus dem Raum Nienburg sicher.
BRS mit neuem Weideschild zum Thema „Rinder sind keine Klimakiller“
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Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) unterstützt den Dialog seiner Mitglieder mit Informationsmaterialien. Dazu gehören auch Weideschilder, die Landwirte an ihren Weidezäunen oder Hoftoren anbringen können. Das neue Weideschild bietet Hintergrundinformationen zum Thema Rinder sind keine Klimakiller.
Methan ist ein bedeutendes Klimagas und insbesondere die Rinderhaltung steht in der Kritik. Dabei wird vergessen, dass der Methanabbau in der Atmosphäre Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs ist. Das von Rindern produzierte Methan (CH4) wird in der Atmosphäre innerhalb von 9 bis 10 Jahren abgebaut und als CO2 in Pflanzen gespeichert, die wiederum den Rindern als Futter dienen. Es gibt zahlreiche Einflussfaktoren, um den Methangehalt aus der Rinderhaltung weiter zu reduzieren. Wichtig aber ist, die Methanemissionen von Rindern nicht mit den Emissionen aus fossilen Energieträgern zu vergleichen. Die Weideschilder des BRS (DIN A2, Aluverbundmaterial) können Landwirte bei ihren Landeszuchtverbänden bestellen. Ansprechpartner beim BRS zu den Weideschildern: Dr. Till Masthoff; Tel.: 0228 91447 24; Email: t.masthoff@rind-schwein.de
ASP: Bauernverbandspräsidenten informieren sich an polnischer Grenze
Bei einem vor-Ort-Termin in Brandenburg nahe der polnischen Grenze haben sich Vertreter des Deutschen Bauernverbandes, des LBV Brandenburg und weiterer Landesbauernverbände sowie des Deutschen Jagdverbandes und des Brandenburgischen Jagdverbandes über den aktuellen Stand der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest informiert und auf die nationale Tragweite dieser Seuche hingewiesen.
TLLLR legt Machbarkeitsstudie zur Modifizierung Thüringer Schweinemastanlagen zum Außenklimastall vor
In der Schweinemast wird ein Systemwechsel erwartet, der viele der bisherigen Haltungsgrundsätze revidiert: Statt vollklimatisierter Ställe mit aktiver Lüftung sollen die Tiere zukünftig Zugang zu verschiedenen Klimazonen, vorzugsweise Außenklima haben. Zusätzlich sind unterschiedliche Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen und ausreichend Beschäftigungsmaterial anzubieten. Der Referentenentwurf zur Staatlichen Tierwohlkennzeichnungsverordnung enthält erste Eckpunkte für die Haltung mit Außenklima und Auslauf. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde deshalb geprüft, ob es für größere Schweinemastanlagen möglich ist, eine Seite des Stalles so zu öffnen, dass alle fachlichen Kriterien für einen Außenklimastall erfüllt werden können. Die vorlegten Planungsbeispiele für vier Schweinemastanlagen in Pavillonbauweise haben zu insgesamt 17 Lösungsvorschlägen geführt.
Die vollständige Veröffentlichung finden Sie hier.
NL: Gericht untersagt Anti-Milch-Kampagne
Im August 2020 wurden in einigen Städten der Niederlande Plakate der Tierschutzorganisation Dier&Recht
aufgehängt, wie Foodlog.nl berichtet. Den Inhalten zufolge würde die Erzeugung von Milchprodukten schweres Tierleid
verursachen, weiterhin wären Milchprodukte tödlich
. Die niederländische Bauernorganisation Agractie zog vor Gericht und bekam in einem Eilverfahren Recht: Die Kampagnenplakate mit der Aufschrift Milch verursacht schweres Tierleid
mussten sofort von den Straßen verschwinden. Die Organisation Dier&Recht setzte die Kampagne jedoch mit anderen Plakaten fort. Nun reichte die niederländische Molkereiorganisation ZuivelNL beim Ausschuss für den Werbekodex eine Beschwerde gegen die Kampagne ein. Dieser stimmte mit ZuivelNL in den meisten Punkten überein, Teile der Dier&Recht-Kampagne seien irreführend
und unfair
.
Neuerscheinungen im Bundesinformationszentrum Landwirtschaft
Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft bietet folgende Neuerscheinungen an:
- So leben Schweine
- Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Schwein - Sauen und Ferkel
- Fleisch- und Verarbeitungsqualität von Jungebern und Immunokastraten
- Neue Wege der Tierzucht für eine nachhaltige Nutztierhaltung
Pflanzliches Eiweiß vom heimischen Acker - Luzerne und Klee als hochwertiges Futter
Die teils extreme Trockenheit in den vergangenen Jahren sowie der Bedarf an hochwertigem Eiweißfutter stellen die Landwirte vor Herausforderungen. Heimische Futterpflanzen wie der Luzerne und neue Erntetechniken zur Blatternte können hier eine Lösung sein. Mit neuen Erntetechniken bei Grünleguminosen befasste sich auch das Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising im Rahmen des Verbundforschungsprojekts Grünlegum
. Grünleguminosen wie Luzerne und Rotklee bieten als Futterpflanze eine hohe Ertragsleistung mit gleichzeitig hohem Eiweiß- und Mineralstoffgehalt. Ihre Blätter können daher gezielt auch in Kraftfuttermischungen von z. B. Schweinen eingesetzt werden. Hier wird eine möglichst hohe Eiweißkonzentration von mehr als 30% in der Trockenmasse angestrebt. Vor allem der Einsatz von Luzerneblättern aber auch von Rotkleeblättern kann für die ökologische Schweinefütterung interessant sein. Die Ernte und Nutzung deren Blattmasse erfordern jedoch verfahrenstechnische Lösungen zur Trennung von Blatt und Stängel.