Klimaeffizienz der Schweinehaltung – Erfolg ohne Wertschätzung
SuS, Ausgabe 4.2026 - Einige Zeit wurde gerungen, eine Branchenlösung für die CO2-Bilanzierung von Schweinefleisch aufzubauen. Vor rund einem Jahr ging schließlich die QS-Klimaplattform auf Basis des LfL-Klimarechners an den Start. Ziel der Plattform ist es, die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen zu erleichtern. Sie ermöglicht es Landwirten, ihre CO₂-Bilanz beispielsweise gegenüber Schlachtunternehmen, Banken oder Versicherungen nachzuweisen. Gleichzeitig werden die Klimaleistungen der Landwirtschaft transparenter. Auch wenn die QS-Klimaplattform einen soliden Start hingelegt hat, gibt es doch noch einige Optimierungsmöglichkeiten. Ein Beispiel ist die Eingabe von Futtermitteln, die den größten Teil des CO₂-Fußabdrucks eines Mastschweins ausmachen. Hier ist die Möglichkeit zur Einzeleingabe unter der Voraussetzung präziser Angaben aus der Futtermittelwirtschaft erforderlich. Außerdem müssen in Absprache mit Beratungsorganisationen überregionale Eingabe- und Auswertungsstandards geschaffen werden. Über Schnittstellen können dann die jeweiligen Tools mit der Klimaplattform gekoppelt werden, um Doppeleingaben zu vermeiden. Bislang ging man in der Literatur davon aus, dass der durchschnittliche CO₂-Fußabdruck von einem Kilogramm Schweinefleisch bei ca. 4,15 Kilogramm CO₂-Äquivalenten liegt. Erste Auswertungen der Premium Food Group zeigten jedoch, dass dieser Wert zu hoch gegriffen ist und sich der Wert im Schnitt bei rund 3 Kilogramm CO₂-Äquivalenten befindet. Schweinehalter in Deutschland arbeiten also schon längst klimaeffizienter als lange Zeit angenommen. Ein Branchenerfolg
, der leider keinerlei Wertschätzung erfährt.

Bundesverband Rind und Schwein e.V.
Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V.