Tiergesundheit schafft mehr Tierwohl und ist auch gut fürs Klima
AgE - Die Nutztierhaltung wird auch in Zukunft von großer Bedeutung für die Tiergesundheitsbranche in Deutschland sein. Dies betonte die Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT), Dr. Sabine Schüller, in einem Interview mit AGRA Europe. Zwar ist der Umsatzanteil des Nutztiersegments seit 2011 zurückgegangen, während der Bereich der Kleintiere bei einem insgesamt wachsenden Markt kontinuierlich wichtiger geworden ist. Im Jahr 2025 wurden vom Gesamtumsatz von fast 1,1 Mrd. Euro aber immer noch rund 39 % in der Landwirtschaft erzielt, ebenso viel wie im Jahr zuvor.
Wie Schüller weiter berichtete, gewann die Prävention im Nutztierbereich in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung. Präventive Ansätze, insbesondere im Impfstoffbereich, sind auch Inhalt aktueller Forschungsvorhaben. Trotz des Umbaus der Tierhaltung werde auch künftig in allen Systemen ein Bedarf an tierärztlicher Betreuung und an geeigneten Arzneimitteln bestehen bleiben. Denn Tiergesundheit ist nicht an ein bestimmtes Haltungssystem gebunden. Entscheidend sei vielmehr das Management. Die BfT-Geschäftsführerin wertet Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheit außerdem als Beitrag zum Klimaschutz. Durch konsequente Prävention, insbesondere durch Impfungen und ein gutes Gesundheitsmanagement, lassen sich Emissionen signifikant reduzieren.
Als weitere Herausforderung für die BfT-Mitgliedsunternehmen nannte Schüller die Ausbreitung bekannter und neuer Seuchen. Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) machte sie jedoch keine Hoffnung auf einen baldigen Impfschutz. Dieses Virus sei sehr komplex und bereite der Wissenschaft damit Probleme. Dennoch werde weiter intensiv geforscht.
Im Interview stellte die BfT-Geschäftsführerin außerdem klar, dass sich die Mitgliedsunternehmen des Verbandes zum Standort Deutschland bekennen. Der Standort verfügt über eine exzellente, leistungsfähige Forschungslandschaft, gut etablierte Zulassungsverfahren und eine enge Einbindung in die europäischen Märkte. Allerdings würden die Rahmenbedingungen zunehmend herausfordernder. Konkret verwies Schüller beispielsweise auf bürokratische Hürden und die Energiekosten in Deutschland. Vor diesem Hintergrund erwarteten die Unternehmen spürbare Verbesserungen der Rahmenbedingungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Bundesverband Rind und Schwein e.V.
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