Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch: Gesamtwert greift zu kurz
Beim Selbstversorgungsgrad von Schweinefleisch wird häufig ein Wert von rund 135 Prozent genannt. Doch dieser bildet die tatsächliche Versorgungslage nur unzureichend ab. Der BRS fordert deshalb offizielle Analysen und Berechnungen, die zwischen den verschiedenen Teilstücken differenzieren.
In der öffentlichen Berichterstattung wird regelmäßig auf einen Selbstversorgungsgrad von rund 135 Prozent bei Schweinefleisch in Deutschland verwiesen. Dieser Gesamtwert kann jedoch den Eindruck einer hohen Versorgungssicherheit vermitteln, die bei genauerer Betrachtung der einzelnen Teilstücke nicht gegeben ist.
Denn ein Schweineschlachtkörper besteht aus unterschiedlichen Teilstücken, die in Deutschland sehr unterschiedlich nachgefragt werden. Die sogenannten Edelteile machen etwa 60 Prozent des Schlachtkörpers aus. Andere Teilstücke wie Schweineköpfe, Pfoten und Schwänze werden hierzulande kaum konsumiert und finden ihre Nachfrage überwiegend im Ausland.
Gleichzeitig reicht die heimische Versorgung bei nachgefragten Edelteilen wie Lenden, Filets und Schinken nicht aus. Marktexperten schätzen den Selbstversorgungsgrad bei diesen Teilstücken auf etwa 80 Prozent. Der darüber hinausgehende Bedarf muss durch Importe gedeckt werden.
Bislang veröffentlichen die Behörden keine offiziellen Berechnungen zum Selbstversorgungsgrad, die Schweinefleisch nach Teilstücken differenzieren. Der BRS fordert deshalb entsprechende Analysen und Berechnungen. Sie sollen ein realistischeres Bild der Versorgungslage in Deutschland ermöglichen und eine fundiertere Grundlage für politische und wirtschaftliche Entscheidungen schaffen.

Bundesverband Rind und Schwein e.V.
Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V.