Blauzungenkrankheit erreicht Deutschland
Obwohl wir den Umgang mit der Blauzungenkrankheit kennen, müssen wir uns an neue Bedingungen wieder gewöhnen.erläutert Dr. Bianca Lind, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Rind und Schwein e. V. (BRS).
Derzeit ist die Impfung eine probate Möglichkeit, den innerstaatlichen und innergemeinschaftlichen Handel sowie den Drittlandexport aufrecht zu erhalten. Das sollten auch Tierhalter abwägen, deren Betriebe in bisher nicht betroffenen Gebieten liegen, da eine Ausbreitung des Erregers nicht ausgeschlossen werden kann. Innerhalb der EU werden geimpfte Tiere nicht diskriminiert. Noch nicht geklärt ist, ob Kälber geimpfter Tiere zumindest innerstaatlich aus Restriktionszonen in freie Gebiete verbracht werden dürfen und ob ein solches Vorgehen mit wichtigen Abnehmerländern für Kälber in Form bilateraler Abkommen zur Anwendung kommt. In den Jahren 2006 bis 2012 waren die Niederlande als der Haupthandelspartner für männliche Kälber ebenfalls von der Blauzungenkrankheit betroffen
, merkt Bianca Lind an, so dass keine Handelsrestriktionen zum Tragen kamen
. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall. Die Branche benötigt Hilfestellung von Bund und Ländern, damit alle gemeinsam daran arbeiten, dass sich die Tierseuche nicht weiter ausbreitet und die Auswirkungen auf den Handel kalkulierbar bleiben. Deutschland war in den Jahren 2006 bis 2012 von der Blauzungenkrankheit betroffen. Seit 2012 bis Dezember 2018 galt Deutschland offiziell frei von dieser Tierseuche. Es ist davon auszugehen, dass der erneute Ausbruch den Handel im In- und Ausland in den nächsten Jahren beeinflussen wird.